06.12.2019 Windhoek

Was für ein Nikolaus. Alle sagen uns ja immer wieder, man darf auf keinen Fall seine Schuhe auf dem Boden stehen lassen wegen Spinnen und Skorpionen (das sind natürlich Infos, die Abenteurer wie wir nicht zusätzlich brauchen. Aber viele sorgen sich ja um uns). Weil heute Nikolaus war und Mike fürchtete, dass ihm Bernd eine Gemeinheit oder Liebenswürdigkeit in den Schuh hatte schmuggeln können, klatschte er sie wie wild unzählige Male gegeneinander. Und siehe da, Frau Nikolausspinne schlüpfte aus dem rechten Schuh 👞.

Das Frühstück war herrschaftlich. Wir fühlten uns aber (leider) erneut wie große reiche weiße Reisende, die von freundlichen Sklaven der weißen Gastgeber bedient werden. Der Umgang mit uns Gästen ist super devot und schüchtern… Die Kommunikation findet nicht statt. Alle Angebote werden irgendwie abgewürgt. Als wäre es nicht erlaubt… Das war wieder ganz schrecklich… Auch waren keine weißen Gastgeber da, als wir von den Schwarzen bedient wurden…

Aber das Frühstück war mega lecker und dem Übernachtungspreis angemessen.

Sonst regnete es den ganzen Tag durch. Ein Segen für uns zu sehen, wie sich leere Stauseen langsam wieder füllen und wie die Felder schwer mit riesigen Pfützen belegt sind.

Unser männlicher weißer Gastgeber kam zur Verabschiedung kurz in Büro, wo seine Mutter oder Tante uns grad beriet. Er hatte ein Gewehr in der Hand. Ich frug spaßig, was er geschossen hätte und hoffte auf eine ebenso spaßige Antwort etwa in Form von „Elefant“ oder „Rhino“. Es kam aber nur ein kurzes, abgehaktes „a cow“. Obwohl der Regen endlich da ist, sterben die Viecher auf den weiden weiter. Jeden Tag. Durch die Regenkälte sind sie unglaublich gestresst, was viele dahinrafft. Das Gras beginnt erst 7 Tage nach dem Regen zu wachsen, damit es gefressen werden kann. Traurig.

Unsere Aufgabe war es, unser Essen bei einer lokalen Charity abzugeben, damit es die Hyänen der Autovermietung nicht bekommen. Auf Google Maps haben wir das „Home of good Hope“ gefunden. Das war unser Ziel. Die Straßen wurden immer schlechter. Ebenso das Straßenbild. Die Häuser immer ärmer. Ganz offensichtlich war das Zuhause der guten Hoffnung mitten im Slum. Eine Wellblechhütte zwischen vielen. Der Boden war Schlamm. Auch drinnen. Und es rich nach Hühnerkot. Aussteigen war hier schon eine Besonderheit… Ein höflicher schwarzer zeigte uns höflich den Weg zum Zuhause der Hoffnung. Drei argwöhnisch grimmige schwarze holten den Adjutanten der Wellblechhütte. Der Chef sei grad nicht da.

Dieser klärte uns über die Geschichte des Camps auf und erzählte, wie sie hier mit einfachsten Mitteln täglich 800 kleine Kinderschnäbel stopften. Die ganze Sache wird von Spenden finanziert vorwiegend Holländer und Kanadier überweisen Geld an den lokalen Supermarkt. Wenn damit ein Paket essen bezahlt ist, wird es abgeholt und verkocht und in die Schnäbel gesteckt. Langsam kamen auch die ersten kleinen Kinderlein gucken, was denn passiert. Alle friedlich und distanziert. Unser Adjutant sagte uns, dass er uns schon Minuten vorher hat kommen sehen und vermutete, dass wir seinen Platz suchen würden. Ein großes Auto mit weißen Campingfreunden fällt hier auf wie ein bunter Hund. Wir hätten auch gut auf einem lila Elefanten einreiten können mit Kapelle vorne dran und einer Lasershow, die groß „ausrauben!“ in den Himmel strahlt. Zum Glück sind wir furchtlos und wehrhaft wir kleine Oryx-Antilopen. Das Auto wurde ausgeräumt. Es kam eine große Kiste zusammen. Der Adjutant und wir waren sehr zufrieden.

Auf dem Weg zum Campingplatz fuhren wir über die Kreuzung Hans-Dietrich-Genscher-Straße/Mahatma-Ghandi-Straße. Wir fanden das jedenfalls sehr beachtlich!

Das Camp ist echt geil. Wir schlafen in ejnem bereits errichteten Zelt mit Betten drin. Es gibt keine Beschwerden. Es ist sehr schön eingerichtet. Uns gefällts.

Wer in Windhoek schläft, muss bei Joey’s Beer House essen. So auch wir. Es war nett und lecker. Drinnen eingerichtet bissl wie Karls Erdebeerhof. Das Camp liegt 400 Meter entfernt. Wir liefen. Vor Einbruch der Dunkelheit (das muss eine afrikanische Sicherheitszäsur sein). Waren wir wieder im sicheren, stromzaunbewehrten Camp.

Wir haben alles gesehen:Alles ist klatschnass:

Lizzy Lizzard wohnte mit in unserer Luxuslodge:Bereit für das opulente Frühstück:Chilllen im Camp:Chilliges Camp:Die teure Lodge. Hier waren wir am liebsten eingezogen:Joey’s Beer House:Frühstück:Lodge:Camp:Joey’s Essen:Dritter Tag Dauerregen:Bissl wir in Szimpla Kert:Das hat Joey für Bernd gekocht:Bad in der teuren Lodge. Warmes Wasser wäre super gewesen:Zelt von drinnen:Erklärung des tellers von Bernd nebst Mike:Camp in Windhoek. Gleich gibt es Frühstück (Buffet). Bernd hält sein Gewicht gut. Mike ist effektiver bei der Gewichtserhöhung. Aber zum Glück ist ja zuhause dann Weihnachten und wir essen kaum noch… Aber auch bei Bernd passt einiges rein:Niedlicher Hund in der Lodge:Warnung vor den Mombies:Bernd in der Lodge. Sehr beeindruckend:Blick vom Frühstück in den Regen:Rechts der Ofen ist aus Holz. Am liebsten würden wir den abbauen und bei uns im Garten heimlich wieder aufbauen:Fröhlichen Nikolaus:



3160 Lodge
580 Camp
550 Joey’s Beer Restaurant