29.09.2019 Ciao Beograd

Endlich hat uns Christel wieder und andersrum ? Früh schnell die Sachen gepackt, kurz Belgrads Backwaren von Fatimat der süßen Backwarenverkäuferin gegessen und auf die Pferde. Denn der Smog sollte hinter uns bleiben.Unterwegs haben wir ein offensichtliches serbisches Heiligtum den Berg Avala besucht. Früher stand da eine römische Festung drauf. Die mittelalten Ritter haben daraus eine mittelalte Burg gemacht. Die Osmanen wollten lieber eine Osmanische Burg und haben alles fein neu gebaut. Dann haben die Serben 1920 die Osmanische Burg wieder abgebaut und das „alte Denkmal des unbekannten Soldaten“ drauf gebaut. Weil Geld da war, haben die Serben gleich 10 Jahre später das neue riesige Denkmal des unbekannten Soldaten draufgebaut. Nun ist der Berg voll im Stil der 30er Jahre. Riesig, gigantisch und stil- und geschichtsfern.War trotzdem sehr beeindruckend. Aber wir wollten ja an die Donau. Also Christel gesattelt und auf zu Europas größter mittelalterlicher Burgruine Wikipedia … Man könnte meinen, jede Burg in Europa ist Europas größte Burg… (schon die Marienburg war ja offensichtlich die größte). Burgruine war aber echt toll!Danach haben wir ein lauschiges Plätzchen an der Donau gesucht, um die Betten zu beziehen, bissl heimisches Gemüse zu verkochen und den Kreuzfahrtschiffen zuzuwinken. Die Findung des Ortes war super schwierig. Aus der richtigen Seite kommend standen wir erst im Maisfeld, dann haben wir uns über die falsche Flanke genähert, sind über den verbotenen Damm gefahren und standen plötzlich im Gestrüpp. Links von uns war plötzlich ein Grab. Die Life-Satteliten von Google zeigten Christel im Gräberfeld… Ein Friedhof… Wir haben also alle mal kurz mit unserem 1.9 Diesel TDI aufgeweckt… Fahrt über den Damm war ja verboten. Fahrt über den Friedhof war erlaubt… Skurril… Am Schlafplatz angekommen, steht selbst direkt neben Christel ein Gedenkstein an den Tod eines jungen Mannes (Gott, kümmere dich gut um die traurige Seele). Googles Übersetzer sagt, er sei hier 2013 tödlich verunglückt. Das kann dann nur ertrunken, erschossen oder auf Mine getreten sein… Vllt noch erhängt… Wirklich traurig fühlt es sich aber an… Bernd und Danger sind Menschen mit viel Mitgefühl. Macht euch bitte darauf gefasst, dass wir einige Stätten besuchen werden, wo Völkermorde stattfanden. In Exjugoslavien gibt es keine Erinnerungskultur und keine Aufarbeitung… Wir sehen uns hier in der dringenden Pflicht.Was bisher geschah:Kochen an der Donau:Zufrieden mit der Gesamtsituation:Sonne geht unter:Neues Denkmal für den unbekannten Soldaten (muss besser werden als Ägypten!):Vorn in der Schnippelpfanne wurden eigener Kürbis, eigene Kartoffeln und eigene Möhren verbrämt:Das Bett haben wir neu bezogen. Weiter unten kommen Bilder vom Prozess, weil viele unserer Leser wissen wollten, wie denn Christel drinne so genau aussieht:Europas dreckigstes Stahlwerk. Die Abgase gehen ungefiltert raus. Seit 2005 hofft die Bevölkerung, dass die Filter wieder in Betrieb genommen werden:Man kann es nicht oft genug fotografieren…:Hier ist am 19.09.1963 ein Flugzeug voller russischer Soldaten abgestürzt, das zu den Feierlichkeiten der Befreiung Belgrads von den Deutschen unterwegs war:Bernds Seite. Oben seht ihr folgende Ausstattung (von rechts nach links):LED-LampeSchlaufe für BrilleNahkampfmesserReise-HandtuchKarabiner (Die werden irgendwann noch verbaut)ZusatzösenStirnlampeHandtuch17 € Strafzettel.. Wenn das so weitergeht, geht’s bald heim mit uns:Die Erschütterung der Welt:Mike’s Inventar (von links nach rechts):LED-LampeLaterneStirnlampeMetallbox für KleinkramWetterstation für Temperatur und Liftfuchtigkeit (Google’s Variante für Luftfeuchtigkeit)Ungarische Salami (immer im Anschlag…)Über allem thront der SchlagstockArme Gemeinden können sich keine Kirche leisten. Es gibt dann tatsächlich nur einen Stahlturm mit Glocke:Matratze ist neu bespannt. Drunter links der Spielekoffer, rechts die schnelle Kiste mit den Sachen, die man ständig mal braucht:Rechte Seitentür, Kiste mit Büchern und Spielen, drunter Kühlschrank:Plötzlich standen wir neben einem Grab mitten im Gestrüpp:Linke Seitentür, links Klappbox mit sperrigen Gepäck, was man ständig braucht (Töpfe, Pfannen, Öl, Kartoffeln, Kürbisse etc.), daneben 10l Wasserkanister, daneben wahlweise 10l eigener Apfelsaft oder 5l ungarischer Wein:Hier wird geschnippelt:Popcorn kannst du hier überall kaufen. Auch am Nationalheiligtum:Alle drei nackigen Matratzenteile:Kreuzfahrtschiff kreuzt die Sicht:Mit Gebüsch im Vordergrund:Wirklich krasse, schöne Burg:Ich schaue in das Innere der Kamera von Bernd:Schöne Burg:Fernweh… Aber wir fahren ja heute dort hin, wo die herkommen ?:Drei jugoslawische Frauen. Davon gibt es insgesamt 8, wovon jede eine Tracht anhat, die sie trägt, wenn sie daheim ist:Krasse Burg:Ich poste dann noch mal ein Update, um dem hier verstorbenen jungen Mann zu gedenken. Ich hoffe, Bernd kocht heute Kaffee. Viele Grüße an die Werktätigen zuhause. Heute ist Montag. Ihr seid gad alle auf Arbeit angekommen. Wir trinken jetzt einen frischen Kaffee und schauen den Schiffen zu.Noch was. Hier gibt es viele wilde Fasane. Es ist schon einige Monde her, dass ich einen in Deutschland sah. Hier ist alles voll…Nachtrag. Hier starb der arme Thor…Sehr interessanter Totenkult. Dem Verstorbenen werden Plasteflaschen mit kleinen Mengen Schnapps dagelassen. Wir ließen aus Dank und Respekt etwas von dem guten Ungarischen da.Bäcker 3,56 €Burg 2€